Umverteilung « Wie das Wachstum in unser Denken kam

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Gesine Agena: Wir sind doch die, von denen ihr „die Erde nur geborgt“ habt!

6. Mai 2011, von Georg Koessler,

Sprecherin der GRÜNEN JUGEND

Es ist kein Wunder, dass der Wachstumswahn nicht nur das wirtschaftliche Denken und fast alle politischen Parteiprogramme durchzieht, sondern sich ebenfalls als Paradigma in unserem Denken festgesetzt hat. Schon von Beginn an werden wir mit ihm erzogen und wachsen in einer Gesellschaft auf, in der immer noch das Motto „höher, schneller, weiter“ gilt. Die Verwertungslogik ist allgegenwertig, ganz egal, ob man sich die Schulen oder die Universitäten anschaut. Überall werden Jugendliche dazu angehalten, sich möglichst schnell bestimmtes Wissen anzueignen, das für Unternehmen und das Bruttoinlandsprodukt von Bedeutung ist. Erwartet wird, früh in die Schule zu kommen, nach 12 Jahren Abitur machen, im Bachelor-Master-System innerhalb der Regelstudienzeit die nötigen Creditpoints zu sammeln, um dann dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen. Gerade für uns als junge Generation ist der Text von Harald Welzer demnach (more…)

Publikation

Die Beiträge in diesem Debattenblog beziehen sich auf das Essay „Mentale Infrastrukturen. Wie das Wachstum in die Welt und in die Seelen kam.“ von Harald Welzer. Wir wollen mit diesem Blog über die Analysen und Ideen des Essays diskutieren und dabei junge Menschen zu Wort kommen lassen. Alle Leser/innen sind aber dazu eingeladen, unsere Gastbeiträge zu kommentieren und zu verlinken. Der Essay kann hier bestellt oder runtergeladen werden.

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Kunst für das „gute Leben“

Mentale Infrastrukturen

Unter „mentalen Infrastrukturen“ versteht Harald Welzer Denkparadigmen, welche geprägte sind durch Alltagsroutinen, Gewohnheiten, Wahrnehmungs- und Deutungsmuster, die ihrerseits an den materiellen und institutionellen Infrastrukturen der Außenwelt gebildet sind. Beispielsweise das „Shoppen“ als Vergnügen zu sehen oder den Anspruch an sich selbst, einen guten Lebenslauf zu haben. Diese Infrastrukturen sind vor Allem von den spezifischen Produktions- und Konsumtionsverhältnissen in einer Gesellschaft abhängig und lassen sich sehr schwer verändern. Menschen werden mit diesen Leitvorstellungen geboren: Fortschritt, Freiheit, Wohlstand – und eben Wachstum