Zweifel « Wie das Wachstum in unser Denken kam

Artikel getagged mit ‘Zweifel’

Hannes Böhm: Weg mit „wachsen“, her mit Mensch sein!

17. Mai 2011, von Georg Koessler,

Hannes Böhm

Ich bin VWL-Student. VWL, das steht für Volkswirtschaftslehre. Doch ich habe immer häufiger das Gefühl, dass es gar nicht mehr um das „Volk“ geht. Noch niemand konnte mir eigentlich erklären, was das Volk überhaupt will. Bei VWL kann das aber berechnet werden:

„Zeigen Sie anhand eines Diagramms für den Arbeitsmarkt, wie sich die Einführung von einem gesetzlich fixierten Mindestlohn, der über dem Gleichgewichtslohn liegt, auf die Beschäftigung auswirkt.“

Griff zum Geodreieck. Beschäftigung als x-Achse zeichnen, Lohnsatz als y. Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage treffen sich ohne Mindestlohn bei etwa 6€.  Jetzt der Mindestlohn. Durch einen höheren Lohnsatz liegt jetzt mehr Arbeitsnachfrage als Arbeitsangebot vor. Die Arbeitslosigkeit steigt.  (more…)

David Rinnert: (Selbst-)Zweifel eines Studenten

9. Mai 2011, von Georg Koessler,

David Rinnert

[D]as Selbst wird zu einer kontinuierlichen Entwicklungsaufgabe mit festgelegten Stufen und Zielen (…). Jede Station in der Gegenwart ist immer schon putative Durchgangsstation für etwas, was danach kommt. In der Gegenwart ist man daher nicht da, sondern nur auf der Durchreise.”

Während ich diese Zeilen aus Harald Welzers Essay lese, überkommt mich ein beklemmendes Gefühl. Schon zu Beginn des Aufsatzes fühle ich mich direkt angesprochen, sogar ertappt. Viele Bilder aus dem Essay kenne ich aus meinem eigenen Leben, obwohl ich doch eigentlich ein wachstumskritischer Mensch bin, jemand der für eine postkarbone Gesellschaft eintritt. Bin ich doch, oder?! (more…)

Publikation

Die Beiträge in diesem Debattenblog beziehen sich auf das Essay „Mentale Infrastrukturen. Wie das Wachstum in die Welt und in die Seelen kam.“ von Harald Welzer. Wir wollen mit diesem Blog über die Analysen und Ideen des Essays diskutieren und dabei junge Menschen zu Wort kommen lassen. Alle Leser/innen sind aber dazu eingeladen, unsere Gastbeiträge zu kommentieren und zu verlinken. Der Essay kann hier bestellt oder runtergeladen werden.

Mitmachen? / Participate?

Du kannst bei dieser Blogdiskussion mitmachen! Kommentiere die Artikel oder reichen Deinen eigenen Artikel bei koessler@boell.de ein. / You can participate in this blog-discussion! Just comment any of the articles or send your own contribution to koessler@boell.de.

Kunst für das „gute Leben“

Mentale Infrastrukturen

Unter „mentalen Infrastrukturen“ versteht Harald Welzer Denkparadigmen, welche geprägte sind durch Alltagsroutinen, Gewohnheiten, Wahrnehmungs- und Deutungsmuster, die ihrerseits an den materiellen und institutionellen Infrastrukturen der Außenwelt gebildet sind. Beispielsweise das „Shoppen“ als Vergnügen zu sehen oder den Anspruch an sich selbst, einen guten Lebenslauf zu haben. Diese Infrastrukturen sind vor Allem von den spezifischen Produktions- und Konsumtionsverhältnissen in einer Gesellschaft abhängig und lassen sich sehr schwer verändern. Menschen werden mit diesen Leitvorstellungen geboren: Fortschritt, Freiheit, Wohlstand – und eben Wachstum